Languages

Semiotik

Grande Arche, ParisZS Biosemiotic ethics - CoverDas Themenheft “Biosemiotische Ethik” erscheint im Mai 2017 – jetzt vorbestellen!

Das Themenheft “Biosemiotische Ethik / Biosemiotic ethics” der Zeitschrift für Semiotik enthält deutsch- und englischsprachige Artikel. – In den letzten zwei Jahrzehnten haben einflussreiche Biosemiotiker, darunter Jesper Hoffmeyer und Kalevi Kull, damit begonnen, die ethischen Konsequenzen der Biosemiotik herauszuarbeiten. Diese folgenreichen und viel rezipierten Überlegungen sind mittlerweile von einer neuen Generation von Philosophen und Wissenschaftlern aufgegriffen worden.

Grundlegend für die biosemiotische Ethik ist die Argumentation, dass die Fähigkeit zur Produktion und Interpretation von Zeichen eine moralisch relevante Eigenschaft ist. Da alle lebenden Systeme semiotische Fähigkeiten haben (allerdings in unterschiedlichem Maß), kann die Biiosemiotik als Grundlage dafür dienen, Menschen ebenso wie anderen Lebewesen moralischen Status zuzubilligen. Dabei wird der Grad ihrer semiotischen Fähigkeiten und die Komplexität der Interaktion mit dem jeweiligen Ökosystem berücksichtigt.

Das Heft wurde von Morten Tønnessen, Jonathan Beever und Yogi Hale Hendlin als Heftherausgebern entwickelt und eingeleitet. Es enthält Forschungsartikel von John Deely, Andreas Weber, Hans Werner Ingensiep, Jessica Ullrich, Konrad Ott, Gerald Ostdiek, sowie von den Heftherausgebern Morten Tønnessen, Jonathan Beever und Yogi Hale Hendlin, sowie ein Interview mit der legendären Pionierin des Feldes, Wendy Wheeler. Das Inhaltsverzeichnis sowie alle Abstracts des Hefts sind online verfügbar.

[Mai 2015:] Meine Auseinandersetzung mit der antisemiotischen Bewegung ist erschienen. Lohnenswert für alle, die die Hintergründe der Semiotik-Kritk in Teilen der (deutschen) Philosophie, Bild- und Kunstwissenschaft verstehen wollen, führt der Artikel zugleich in die unterschätzten Möglichkeiten der Semiotik in den umstrittenen Forschungsfeldern ein.

[Febr. 2015:] Besucht das neue Virtuelle Zentrum für kultursemiotische Forschung (VZKF), eine von verschiedenen Hochschulen betriebene virtuelle Heimat für Kulturwissenschaftler mit Interesse an der Semiotik. Martin Nies hat dafür eine Einführung in die Kultursemiotik geschrieben.

Einige Überlegungen zur Semiotik und ihren Stärken habe ich in 10 Thesen zusammengefasst, die den Ausgangspunkt für eine hoffentlich rege Diskussion bilden sollen:

10 Thesen zur Semiotik und ihrer Zukunft

Ich freue mich über Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu den Thesen.

Was ist Semiotik?

Semiotik ist die Wissenschaft, die Zeichen und Zeichenprozesse in Kultur und Natur untersucht. Sie ist grundlegend für große Teile der Geistes- und Sozialwissenschaften und spielt auch in einigen Naturwissenschaften (etwa der Biologie) eine Rolle. Zugleich ist ihre Lage an der Universitäten fast schon traditionellerweise prekär.

semiotischer KaffeeMeine Begegnung mit der Semiotik fand im Grundstudium der Allgemeinen Linguistik statt, als ich ein Seminar bei Roland Posner an der TU Berlin besuchte. Dort wurde die Zeichenklassifikation besprochen, die Posner in seinem Aufsatz „Believing, Causing, Intending“ entwickelt hatte. Ich war fasziniert von dieser Kombination aus wissenschaftlichem Anspruch und praktischer Anwendbarkeit. Das war 2002; seitdem hat mich die Semiotik auf meinem wissenschaftlichen Weg begleitet und in vielfältiger Weise inspiriert, so etwa bei meiner Dissertation über Stil und aktuell in der Beschäftigung mit Diskurslinguistik und Multimodalität.